Afghanischer Frauenverein e.V. – Hilfe zur Selbsthilfe


Mehr als 30 Millionen Menschen leben in Afghanistan. Der Entwicklungsstand des Landes ist sehr gering: Lebenserwartung, Bildung und Lebensstandard befinden sich auf einem niedrigen Niveau. Die Folgen der Bürgerkriege sind durch zerstörte Ressourcen und versteckte Landminen noch immer allgegenwärtig. Jugendliche bekommen keinen Schul- oder Ausbildungsplatz und es gibt viele AnalphabetInnen. Sicherheit und Stabilität sollen eine nachhaltige positive Entwicklung in Afghanistan fördern. Der Afghanischen Frauenverein e.V. (AFV), eine humanitäre Hilfsorganisation, widmet sich mit Hilfe der Scheck-Stiftung dem Wiederaufbau und dem Frieden in dem Land. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Ziel.

Afghanistan der Zukunft

Afghanistan verzeichnet jährlich eine große Anzahl an Flüchtlingen. 2014 verließen 2,59 Millionen Menschen das Land. Die humanitäre Hilfsorganisation AFV arbeitet mit Unterstützung der Mitglieder erfolgreich gegen diesen Trend. Seit 24 Jahren wirkt der Verein bei Hilfsprogrammen in Nord-, Ost- und Südafghanistan mit. Außerdem hilft der AFV in afghanischen Flüchtlingslagern bei Peschawar in Pakistan.
Fortwährend werden Projekte durch den Verein finanziert, um die Situation und somit die Entwicklung in Afghanistan zu verbessern. Dazu gehören Schulen, Alphabetisierungsprojekte, Gesundheitszentren sowie ein Kindergarten. Im Sinne der Bildungs- und Aufklärungsarbeit werden neue Arbeitsplätze geschaffen, die dafür sorgen, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben. Die Schulen und Ausbildungsplätze geben 4.000 Jungen und Mädchen die Chance auf Bildung. Ehemalige Schüler und Schülerinnen studieren und sind als Lehrer und Lehrerinnen sowie als Ärzte und Ärztinnen tätig. Weiterhin setzt sich der Verein für Gesundheit, medizinische Versorgung, Frauenförderung, Nothilfe und Familienfürsorge ein. So werden zum Beispiel Familien durch Patenschaften unterstützt. Besonders fördert der AFV Frauen und Kinder vor Ort zu mehr Selbstständigkeit, um ihr Land nachhaltig selbst zu verändern. Frauen können beispielsweise als Schneiderinnen arbeiten, um ihre Familie zu ernähren. Ihr Wissen reichen sie an ihr Umfeld weiter, sodass immer mehr Frauen selbstständig werden.
Ebenfalls setzt sich der Afghanische Frauenverein für den Bau zusätzlicher Brunnen ein. Mehr als 95.000 Menschen konnte so bereits der Zugang zu frischem Trinkwasser ermöglicht werden.

Geförderte Projekte der Scheck-Stiftung

Die Scheck-Stiftung fördert zwei Projekte: Die Schneiderei Roschani in Afghanistan sowie die Mutter-Kind-Gesundheitsstation im Flüchtlingslager Munda Pul in Pakistan. Diese muss aus politischen Gründen leider bis Ende 2016 geschlossen werden, da viele Flüchtlinge zurück nach Afghanistan müssen. Aus diesem Grund wird auch der AFV seine Projekte künftig ebenfalls nach Afghanistan verlagern.

Im Flüchtlingsdorf Munda-Pul, 44 Kilometer entfernt von Pakistans Hauptstadt Peschawar, leben derzeit etwa 13.000 afghanische Flüchtlinge. Die meisten von ihnen sind Bauern oder Tagelöhner. Die Partnerorganisation Union Aid for Afghan Refugees (UAAR) leistet als einzige in der Region medizinische Versorgung inklusive wichtiger Impfungen und Aufklärungsarbeit. Weiter entfernte Krankenhäuser sind aufgrund fehlender Transportmittel und Geld für die Bewohner nicht zu erreichen. Die Gesundheitsstation setzt sich aus vier Teilen zusammen, die mit Unterstützung der Scheck-Stiftung Untersuchungen vornehmen, Medikamente verteilen, eine Mutter-Kind-Betreuung bieten, Impfungen durchführen sowie Beratungs- und Aufklärungsarbeit leisten.

Im Roschani-Ausbildungszentrum in Afghanistan bilden zwei Lehrerinnen jedes Jahr dank Hilfe durch die Scheck-Stiftung 30 Frauen zur Schneiderin und Stickerin aus. Die Ausbildung ermöglicht es vielen von ihnen, ihre Familie zu ernähren und zu unterstützen. Auch lange und beschwerliche Wege scheuen sie dabei nicht. Ein wichtiger Ausbildungsteil ist ebenfalls das Lesen und Schreiben, da gerade unter Frauen Analphabetismus weit verbreitet ist. Ebenso werden grundlegende Kenntnisse in Mathematik, Hygiene und Gesundheit vermittelt. Das erlangte Wissen geben viele Frauen an ihre Familie und Bekannten weiter, was den positiven Effekt der Arbeit noch verstärkt. Zum Ende ihrer Ausbildung bekommen die Frauen und Mädchen eine Nähmaschine geschenkt, mit Hilfe derer sie nähen und arbeiten können. Einige Frauen haben bereits eigene Betriebe gegründet oder geben wiederum ihr Wissen als Lehrerinnen selbst in Schulen weiter, was die Arbeit des Afghanischen Frauenvereins noch nachhaltiger macht.